Die folgenden Links führen zu einigen Texten, die ich für den Skeptiker, herausgegeben vom Skeptikerverein „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP), geschrieben habe. In meiner ehrenamtlichen Position als Skeptiker-Redaktionsleiter (1999-2003) habe mich um einen fairen, sachlichen und rationalen Umgang mit anderen Positionen bemüht und mich für eine Art des Diskurses eingesetzt, bei dem Andersdenkende als Menschen respektiert und ernst genommen werden, auch wenn man mit ihrer Meinung nicht übereinstimmt.
Neben der allgemeinen Begeisterung für die Vermittlung des wissenschaftlichen Denkens in der Öffentlichkeit war meine Hauptmotivation für die Arbeit im Skeptiker der Wunsch und das Interesse daran, die Ansichten und Überzeugungen anderer Menschen zu verstehen (siehe auch Der Glaube an Paranormales: Erklärungsansätze ) — denn die ernsthafte Beschäftigung mit anderen Überzeugungen hilft mir, auch meine eigenen Überzeugungen und Annahmen kritischer zu prüfen, zu hinterfragen und klarer zu definieren und so neue Erfahrungen und Erkenntnisse zu gewinnen.
In meinem über zehnjährigen Engagement an dieser zentralen Stelle der Skeptikerbewegung musste ich leider oft genug erfahren, dass ein ähnliches Bemühen um respektvolles Verständnis bei manchen anderen Aktiven kaum vorhanden ist. Zwar ist ein fairer und sachlicher Umgang ein Leitziel der Skeptikerbewegung, doch Rhethorik und Wirklichkeit liegen selbst bei einflussreichen „Skeptikern“ weit auseinander: Menschen mit anderen Blickwinkeln werden nicht als Gesprächspartner, sondern als „Gegner“ gesehen, die man auch persönlich angreifen und lächerlich machen kann — emotionale Schlagworte ersetzen fundierte Argumente und der konstruktive Austausch wird verhindert. So begeistert man zwar die eigene Klientel, erreicht aber keinesfalls diejenigen, die man eigentlich erreichen möchte, und erzeugt ein Grabendenken, das schon wegen seiner inhärenten Aggressivität problematisch ist.
In mehreren Texten für den Skeptiker habe ich daher immer wieder versucht, die Leserinnen und Leser zum kritischen Nachdenken über ihre eigenen Annahmen und über Umgangs- und Argumentationsweisen in der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden anzuregen. Hier ist eine Auswahl:
Aufgrund unterschiedlicher Ansichten über fairen Umgang und Qualität der Arbeit kam es immer wieder zu Konflikten, die schließlich dazu führten, dass ich Ende 2003 vom Vorstand in einer Sitzung, in der ich nicht anwesend sein konnte, aus der ehrenamtlichen Redaktionsleitertätigkeit entlassen wurde, in die ich bis zum Ende mit Energie und Enthusiasmus sehr viel Zeit investiert hatte (siehe auch Vielen Dank für die Schokolade! ). Zwar wurde angedeutet, dass ich in der GWUP weiterhin mithelfen dürfte, doch ohne eigenständige, verantwortungsvolle Aufgaben und angesichts der heftigen (teils vereinsöffentlichen) Vorwürfe gegen mich machte ein weiteres Engagement in der GWUP keinen Sinn. Dennoch fiel mir der Abschied von dieser interessanten Tätigkeit sehr schwer.
Natürlich ist mein Interesse an anomalistischen Themen trotz der persönlich sehr enttäuschenden Entwicklung keineswegs schwächer geworden. Um neben diversen anderen Hobbies und Aktivitäten auch diesen Bereich weiterhin abzudecken, engagiere ich mich daher inzwischen unter anderem in der Gesellschaft für Anomalistik, einer Forschungsgemeinschaft, deren Mitglieder sich aus einer multidisziplinären natur- und sozialwissenschaftlichen Perspektive mit außergewöhnlichen menschlichen Erfahrungen und den damit verbundenen Glaubenssystemen beschäftigen, wobei gezielt Menschen mit unterschiedlichen inhaltlichen Positionen angesprochen werden. Gewiss bin ich nicht mit allen Mitgliedern einer Meinung in der Beurteilung vieler Themen, doch dank der offenen, freundlichen und konstruktiven Atmosphäre lerne ich immer wieder interessante Aspekte des Themenbereichs kennen, ebenso wie andere auch Anregungen von mir aufnehmen.
© Stephan Matthiesen 2005, 2006. Dieser Text kann gerne weiter verbreitet werden, wenn mein Name und ein Link auf diese Seite mit angegeben werden. Falls Sie eine überarbeitete Version brauchen, freue ich mich über Ihre e-mail.